Orthodoxe Ostern in Bulgarien

Unter diesem Motto fand vom 24.4.2019 bis 29.4.2019 die 25. Kulturreise der Gemeinde St. Michael, Dietlikon, unter der bewährten Leitung von Heinz Moling statt. Wir waren zum ersten Mal dabei – warum?

Bulgarien, ein Land am Schwarzen Meer im östlichen Teil Europas gelegen, von dem wir nicht viel mehr als seine Hauptstadt Sofia und Strandferien am Schwarzen Meer kannten.

Orthodoxe Ostern im Land mitzuerleben, das interessierte uns sehr. Die 21-köpfige Reisegruppe startete am frühen Morgen des 24. April vom Flughafen Zürich via Wien nach Sofia. Dort erwartete uns bereits unser örtlicher Reiseleiter Georgi Palahutev, der sich während des gesamten Aufenthalts als äußerst profunder Kenner der mehrtausendjährigen Geschichte seines Heimatlandes, seiner uralten Sitten und Bräuche, aber auch des jungen und modernen Bulgariens erwies.

Er zeigte uns die Sehenswürdigkeiten Sofias, das römische Serdica, und u.a. die kath. Kathedrale Hl. Josef, die Papst Franziskus im Mai besuchen wird. Wir fuhren zusammen zum Kloster Rila, dem Nationalheiligtum und Weltkulturerbe im Rila-Gebirge, nach Plovdiv, Kulturhauptstadt 2019, deren Ansiedlungen über die Römerzeit und die Thraker bis in die Steinzeit reichen und zum Schluss in das angeblich schönste Dorf Bulgariens Koprivshtitsa, in dem verehrte Revolutionäre gegen die Osmanen lebten. Eine erste Einstimmung auf das bevorstehende Osterfest erhielten wir in der Sveta Pareskeva Kirche, wo der gemischte Chor «SPASENIE» mit hervorragenden Solisten unter Leitung von Nely Trosheva orthodoxe Gesänge darbot, die uns bewegt und fasziniert haben. Die Karfreitagsliturgie verfolgten wir in der Aleksandar-Nevski -Kathedrale. Zur Erinnerung an das Leiden Christi krochen die Gläubigen unter einem Tisch durch und huldigten anschließend den Ikonen.

Am Karsamstag läuteten ab 23 Uhr die Glocken der großen Kathedrale den Beginn der Osternachtfeier ein. Um Mitternacht der Ruf:

HRISTOS VOSKRESE – Christus ist auferstanden

VOISTINA VOSKRESE – Ja, er ist wahrhaft auferstanden. So lautet die Begrüßung der Menschen am Ostertag bis Himmelfahrt.

Besonderheiten, die uns auffielen:

Sofias Schaufenster waren österlich dekoriert. Erstaunt hat die Schweizer aber doch, dass der goldene Lindt Hase auf großen Plakaten in der Stadt prangte. Und österliches «Eiertütschen» kennt man nicht nur in der Schweiz – das ist auch ein alter Brauch in Bulgarien und wir übten es beim Mittagessen in Koprivshtitsa. Vor der Bibliothek von Sofia befinden sich die Statuen der Brüder Kyrill und Method. Aus Thessaloniki stammend, schufen sie die erste Schrift für altslawische Sprachen, das sog. Glagolitische Alphabet, aus dem sich auch die russischen Schriftzeichen entwickelten. Zum Glück für uns sind die wichtigsten Straßen- und Ortsbezeichnungen auch in lateinischen Buchstaben geschrieben. Am 6.Tag hieß es Abschied nehmen von Bulgarien, von Georgi und unserem stets sicher chauffierenden Fahrer Bobby.

Was bleibt in Erinnerung – hat sich die Reise gelohnt?

Wir, als Neulinge dabei, haben uns vom ersten Tag an in der Gruppe wohl- und aufgenommen gefühlt. Heinz Moling hatte die Fäden im Vorfeld unaufgeregt gespannt und alles bestens vorbereitet. Wir hatten Sr. Ingrid Grave dabei. Mit ihren stimmigen Morgenimpulsen starteten wir gut gerüstet in den Tag. Wohin die Kulturreise 2020 wohl führen wird? Wir werden gerne wieder Teil dieser guten Gruppe sein.

Beatrix Müller